Die Sache mit dem Eigenanbau: Cannabis zuhause

Die Sache mit dem Eigenanbau: Cannabis zuhause

Apr 03, 2025Gabor Daniel

Cannabis ist zwar nun legalisiert, doch legal kaufen kann man es dennoch weiterhin nicht. Die einzige Option, Cannabis offiziell (nicht von Straßentickern) zu besorgen, wäre die Apotheke, doch dafür benötigst Du ein Rezept. Und auch wenn sich mit der Entkriminalisierung in Deutschland vieles geändert hat, eine Sache bleibt weiterhin gleich: Ein Cannabis-Rezept für medizinisches Weed zu bekommen, ist gar nicht so einfach und schon gar nicht für Freizeitkonsument:innen, die mehr oder weniger aus Spaß an der Freude kiffen. Doch die Bundesregierung hat uns und Euch einen Weg offen gelassen, dennoch an großartiges Weed zu kommen: den Eigenanbau von Cannabis. Der wiederum kommt mit vielen Fragen, besonders dazu, was erlaubt ist und was nicht, denn uneingeschränkt anbauen darf man eben nicht. Du darfst Dir also leider keinen Schrebergarten mieten und von dort aus dann die ganze Nachbarschaft in eine duftende Wolke hüllen. HIZEN erklärt heute mal, was erlaubt ist – und was nicht!

Juhu, es ist erlaubt!

Erst einmal wollen wir mit Euch zusammen in gebührendem Ausmaß die Tatsache feiern, dass Cannabis und Cannabispflanzen nun überhaupt legal sind. Holt also einmal Euren Vaporizer aus den Taschen und lasst uns anstoßen! Auf die neu gewonnene Freiheit und den Umstand, dass wir nun nicht mehr von Brokkoli und Oregano sprechen müssen, sondern den Stier bei den Hörnern packen dürfen: Wir lieben Cannabis und das ist auch in Ordnung. Damit es keine Missverständnisse gibt, gehen wir auch nochmal kurz die Regeln des erlaubten Konsums mit Euch durch:

erlaubt

nicht erlaubt


  • Konsum zuhause oder auf Privatgelände

  • Konsum ab 18 mit Besitzeinschränkungen

  • Konsum im Freien (Einschränkungen siehe rechte Spalte)


  • Konsum in der Nähe von Schulen, Kitas, Spielplätzen und Sportanlagen

  • Konsum in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr

  • Konsum in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Bahnhöfen

Also immer schön aufpassen, wo Ihr Eure Tüte ansteckt. Doch nun zum Eigenanbau von Cannabis. 

So darf man den Eigenanbau von Cannabis betreiben …

Damit Du Dich mit dem Eigenanbau von Cannabis immer schön  innerhalb der klaren Regeln der Legalisierung befindest und nicht doch noch belangt werden kannst, solltest Du Dich an die Vorschriften halten. Hier wurden im CanG klar definierte Obergrenzen festgesetzt und die stellen wir vor! Grob kann man das in zwei verschiedene Themen unterteilen: Anbau und Besitz. Moment, was ist der Unterschied? Wenn ich Anbau besitz ich doch sowieso also was jetzt? Nun ja, erstmal schon. Doch trotzdem gibt es für beide Bereiche separate Grenzen und beide müssen beachtet werden.

Anbau

Beim Eigenanbau selbst von Cannabis gilt: nicht mehr als 3 Pflanzen pro erwachsener Person pro Haushalt. Und hier kommen viele schon etwas ins Schleudern. Was jetzt – 3 Pflanzen pro Person oder Haushalt? Beides. Jede erwachsene Person eines Haushaltes darf bis zu 3 eigene Cannabispflanzen besitzen. Wenn Du also zum Beispiel einen Partner hast, der auch anbauen möchte, dürfen in Eurem Haushalt insgesamt 6 Cannabispflanzen stehen. Aber Achtung: Teilen ist verboten. Der Eigenanbau von Cannabis ist strikt auf den Eigenkonsum begrenzt, Ihr dürft zwar also im gleichen Haushalt anpflanzen, aber jeder muss von seinem eigenen Zeug high werden. Genau genommen gilt das Gleiche dann natürlich auch für Freunde. Falls also mal wieder einer schnorren kommen möchte, kannst Du ab jetzt einfach sagen: Sorry, verboten, Bundesregierung sagt, ich darf nichts abgeben.

Zusätzlich musst Du beim Eigenanbau von Cannabis darauf achten, dass Du:

  • ausreichend Schutzmaßnahmen ergreifst, wenn im gleichen Haushalt Kinder Leben.

  • so anbaust, dass auch im Freien kein Zugang zu Deinem Anbauort besteht. Ein Garten muss zum Beispiel also absperrbar sein. 

  • niemanden mit Deinem Anbau belästigst.

Beim letzten Punkt fragen sich nun vermutlich manch unerfahrene Interessierte, wie so ein schönes Geschöpf jemals irgendwen belästigt haben könnte. Tatsache ist jedoch: Cannabis stinkt. Für viele Nasen ist es der Duft Gottes, doch für Nicht-Liebhaber ist der strenge Geruch manchmal ähnlich angenehm wie eine Jauchegrube.

Wenn Du den Eigenanbau von Cannabis also auf Deinem Balkon beginnst und in der Blütephase Frau Müller nebenan ein Problem damit bekommst, ist das nicht ihr Problem, sondern Deines. In vielen Fällen ist der Eigenanbau von Cannabis daher eher für den Innenbereich empfohlen und zwar mit einer leistungsstarken Lüftungsanlage.

Besitz

Die Grundregeln zum Eigenanbau von Cannabis wären damit geklärt. Nun geht es weiter zum Besitz. Denn mit 3 hübschen Ladies kann man schon eine ganz ansehnliche Menge an Weed ernten. Leider kommt auch hier die Bundesregierung und sagt: Mehr als 50 Gramm darfst Du davon nicht behalten. Das hört sich zwar nach viel an, doch wenn Du Dir einmal anschaust, wie viel Du von einer gut gezogenen, gehegten, gepflegten und geliebten Pflanze am Ende hast: Outdoor kann man mit einer Pflanze bis zu 500 Gramm Ernten, indoor sind es etwa 400 g/m². Das sind Durchschnittswerte, doch die verdeutlichen, wie gering die maximal erlaubte Menge von 50 Gramm getrockneten Blüten ist, die Du von Deinem Cannabis-Eigenanbau dann tatsächlich auch behalten darfst. Und selbst als unerfahrener Grower, der sich in ein paar Stunden die Grundlagen in Blogs und Foren angeeignet hat, ist es ohne weiteres möglich, in einem einzigen Grow mit 3 Ladies auf über 200 Gramm zu kommen.

… und so nicht

Da ist man ja fast versucht, den Rest an bedürftige Bekannte abzugeben – doch halt: Das war ja ebenfalls verboten. Alles, was Du über die erlaubten 50 Gramm erntest, musst Du also restlos vernichten. Wohl der traurigste Moment beim Eigenanbau von Cannabis, nur zu toppen durch das vorzeitige Versterben eines Deiner Schützlinge. Übrigens gelten diese Regeln auch für alle Cannabis-Patienten, die sich ihr eigenes Zeug über den Eigenanbau von Cannabis ziehen wollen. Keine Sonderregeln für niemanden!

Übrigens: Zuhause darfst Du bis zu 50 Gramm Cannabis für den Eigenbedarf lagern. In der Öffentlichkeit darfst Du jedoch maximal 25 davon dabeihaben! 

Was bei Missachtung der Regeln zum Eigenanbau von Cannabis droht

Wer frech ist, muss mit Konsequenzen rechnen und auch, wenn es erst einmal wie ein geringer Verstoß gegen uneinheitliche Richtlinien aussieht, können beim Regelbruch beim Cannabis-Selbstanbau schmerzhafte Strafen verhängt werden. Leider hält sich das Gesetz hierzu sehr bedeckt und der allgemeine Tonus ist: Abhängig von Umstand, Einkommen, der Schwere des Vergehens und den (eventuell) erzielten Gewinnen kann es hier von kleinen und großen Geldstrafen bis hin zu 15 Jahren Gefängnisstrafe alles sein. Ob es das wert ist?

Ein entschiedenes Jein bei Anbau-Gesetzen von Cannabis

Der Grund, warum es hier so einige Grauzonen gibt, ist wohl, dass noch keine Erfahrungswerte vorliegen. Zumindest innerhalb Deutschlands gibt es bisher keine Präzedenzfälle, auf die man sich stützen kann, wenn man auf so manche Frage eine genauere Antwort möchte. Zum Beispiel:

  • Wir leben zu viert in einer WG und jeder von uns hat jeweils 3 Pflanzen. Gilt das dann noch als Eigenanbau von Cannabis oder ist das schon kommerziell?

  • Meine Ernte war total gut und beim Trocknen habe ich festgestellt, dass ich mehr als 50 Gramm getrocknete Blüten übrig habe. In dem Moment, in dem ich das noch nicht wusste – war es da schon eine Straftat?

  • Es gelten ja nur die reinen Blüten, wenn man von den 50 Gramm ausgeht. Was ist mit dem Rest der Pflanze, in der ja ebenfalls (wenn auch geringere Mengen) THC enthalten ist? Kann ich 1 kg getrockneter Pflanzenreste zuhause haben?

Was ebenfalls nicht näher definiert ist, ist der Umgang mit Stecklingen. Sind das schon Pflanzen? Die haben ja noch nicht mal Wurzeln und THC ist auch noch nicht gebildet worden. Alle diese Fragen zeigen, dass einfach noch Erfahrungswerte im Umgang mit dem Thema fehlen. Es wird sich wohl nur mit der Zeit herausstellen, wie damit dann verfahren wird, ob es Ergänzungen im CanG geben wird und wie sich die Legalisierung von Cannabis und dem Eigenanbau in Deutschland auf die Gesellschaft und die Menschen im Einzelnen auswirken wird. 

So geht’s weiter mit Cannabispflanzen, Eigenbedarf und Erntemengen

Ehrlich: Das war Clickbait in literarischer Form, denn wir wissen es auch nicht. Niemand weiß das so richtig. Es gibt aber verschiedene mögliche Prognosen, die mehr oder weniger wahrscheinlich zutreffen könnten. Zum einen ist jetzt bereits ein Modell geplant, nach dem die kommerzielle Abgabe von Cannabis möglich werden könnte – ähnlich wie bei Alkohol und Tabak. Das macht insofern Sinn, als dass dann zumindest in Maßen so etwas wie eine Qualitätskontrolle herrschen wird. Denn: So wie es jetzt ist, scheuen sich viele weiterhin davor, Eigenanbau von Cannabis zu betreiben – haben aber auch sonst außer dem Schwarzmarkt keine Möglichkeit, an Weed zu kommen.

Besitzgrenze und Anbauregeln können sich auch ändern, sollte man feststellen, dass diese nicht praktikabel oder durchführbar sind. Grower merken ja jetzt schon, dass hier manches nicht ganz zusammenpasst – wir verweisen hier darauf, dass eine Cannabispflanze alleine mehrere hundert Gramm getrockneter Blüten auf die Waage bringen kann. Alles, was wir wissen ist: so wie es jetzt gerade gehandhabt wird. Alles Weitere? Da warten wir genau so gespannt darauf, wie Ihr.

 



Mehr